Reaktionen in der Presse

Zur Räumung

Die Deutsch-Dänische Flensburger Tageszeitung „Flensbor Avis“ schrieb in ihrer Printausgabe am Donnerstag dem 29. Januar 2009:

Unge gik paa gaden
FLENSBORGs venstreorienterede unge er tilsyneladende paa banen igen. Först besatte de et hus, saa smed politiet dem ud, og derefter gik de paa gaden for at vise deres utilfredshed. Det er essensen af politirapporten fra i gaar.
Huset ligger i Kurze Straße 4, lige i naerheden af Flensburger Tafel, og i flere uger har en gruppe unge, der kalder sig K4, boet i det delvist tomme hus. Her har der forsögt at indrette det, de kalder et sozialt Zentrum med plads til alle. Ejeren af huset ver utilfreds med die unges selvtaegt, og tirsdag rykkede politiet ud og ryddede huset. Aktionen foregik fredeligt, og dermed skulle sagen vare forbi. Men de unge ville det anderleds.
Tirsdag aften ved 21-tiden gik godt 50 unge i höjlydt demonstrationstog gennem den indre by fra Südermarkt til huset i Kurze Straße.
Politiet bad straks om assistance fra hele den nordlige del auf Slesvig-Holsten, ligesom Forbundspolitiet ogsaa bakkede op. Undervejs gik det lidt voldsomt til med affyring af nytaarskyst og banken med stokke. En af politiets patruljevogne blev lettere beskadiget, men der blev ikke foretaget anholdelser.
Flere deltagerne i den ikke anmeldte demonstration blev bedt om at legitimere sig og kan vente et retsligt efterspil. Demonstrationen sluttede omkring kl. 21.45 med en bekendtgörelse ved huset i Kurze Starße.
Tilla Rebsdorf

ÜBERSETZUNG (freie Übersetzung bei Indymedia gefunden)

”Jugendliche gingen auf die Straße”
Die Linke Szene in Flensburg ist scheinbar auf den Boden der Realität zurückgekehrt.
Erst besetzten sie ein haus, dann warf die Polizei sie raus und danach gingen sie auf die Straße um ihre Unzufriedenheit zu zeigen. Das sind die Erkenntnisse des Polizeiberichts von gestern.
Das Haus liegt in der Kurze Straße 4, in unmittelbarer nähe zur Flensburger Tafel. Seit mehreren Wochen hat eine Gruppe von Jugendlichen die sich ”K4” nennen in dem zum Teil leerstehenden Haus gewohnt.
Hier versuchten sie ein, wie sie es nennen ”Soziales Zentrum für alle” zu errichten.
Der Besitzer des Hauses war mit der Enteignung nicht einverstanden, so kam es dass am Dienstag die Polizei ausrückte und das Haus räumte. Die Räumung verlief friedlich, und damit sollte die Sache eigentlich vorbei sein.
Aber die Hausbesetzer stellten sich das wohl anders vor.
Am Dienstagabend gegen 21 Uhr zogen um die 50 Jugendlichen in einem Lauten Demonstrationszug vom Südermarkt durch die Innenstadt in Richtung Kurze Straße.
Die Polizei holte sich unverzüglich Unterstützung aus dem ganzen nördlichen Schleswig-Holstein, auch die Bundespolizei fuhr auf.
Unterwegs ging es ein wenig rauer zu, so wurden Feuerwerks Artikel gezündet und mit Stöcken geschlagen.
Einer der eingesetzten Streifenwagen wurde leicht beschädigt, aber es gab keine Festnahmen.
Von mehreren Teilnehmern der nicht angemeldeten Demonstration wurden die Personalien aufgenommen, diese können nun ein rechtliches Nachspiel erwarten. Die Demonstration endete gegen 21.45 mit einer Kundgebung bei dem haus in der Kurze Straße.

“ Hausbesetzung endet friedlich
Zwei Wochen hatte sie keiner auf der Rechnung, Anfang der Woche gingen die illegalen Bewohner der Kurzen Straße 4 an die Öffentlichkeit. Per Transparent machten sie auf ein illegales Wohnprojekt aufmerksam – das K 4.
Ralf Hammer und Kollegen winken ab. „Die waren ganz friedlich!“ Der freischaffende Hausmeister und fünf Mitarbeiter von einem Glücksburger Hausmeisterservice waren gestern vom Eigentümer des Hauses in die Kurze Straße 4 beordert worden. Dort hingen Transparente an der Fassade, die darauf schließen ließen, dass zwei zur Sanierung anstehende Wohnungen gar nicht leer standen, sondern illegal bewohnt wurden.
Stand auch drauf – auf einem Transparent: „Dieses Haus ist bewohnt!“ Als Hammer und seine Kollegen die Tür zur Wohnung im ersten Geschoss öffneten, standen sie mitten in einem autonomen Wohnprojekt. Plakate, Graffiti, Betten, Tische, Sitzmöbel – das Fenster zum Balkon gegenüber der Flensburger Tafel hatte jemand geöffnet. Hammer: „Die waren über den Balkon und übers Dach stiften gegangen.“
Wie sich kurze Zeit später herausstellte, waren „die“ wahrscheinlich vier junge Leute zwischen 17 und 19 Jahren, die seit gut zwei Wochen in dieser und in der darüber liegenden Wohnung Quartier bezogen hatten. „Keine Ahnung, wo die den Haustürschlüssel her hatten“, sagt Rolf Hammer. Das ist mir echt ein Rätsel.“ Weil die beiden rund 120 Quadratmeter großen Altbauwohnungen saniert werden sollten, war für alles gesorgt: Strom, Wasser, Heizung – alles funktionierte.
Draußen vor der Tür hatte sich kurz nach der Flucht gegen 15 Uhr eine 20-köpfige Gruppe von jungen Leuten angesammelt, die Hammer als ganz verständig erinnert. „Mit denen konnte man vernünftig reden.“ So hatte die Wohnungseigentümerin auch keine Probleme, den „Besetzern“ anzubieten, ihre Habseligkeiten aus den Wohnungen zu räumen. Zwei Bollerwagen und hilfreiche Hände sorgten dafür, dass die Wohnungen schnell geräumt waren. Zwei Polizisten, die nach Hammers Beobachtung bestens über die Identität der jungen Leute informiert schienen, vereinbarten Termine auf dem Revier. Dann war alles gelaufen.
Zurück blieb die Renovierungsmannschaft – und eine Erklärung, was hier eigentlich geplant war: Laut Handzettel, der in der Küche gefunden wurde, wollten die „Besetzer“ hier das soziale Zentrum K4 errichten. Für alle sozialen Schichten, mit Kultur, Wohnen, Workshops und so – leider ohne einen Gedanken an Miete zu verschwenden. Das ist fürs Erste vorbei. Die Wohnungen …werden saniert und dann vermietet – die Schlösser hat Ralf Hammer auf jeden Fall ausgetauscht.“

Quelle shz

zur Spontandemo:

„Demonstration nach „kontrollierter Räumung“
Nach der Räumung die Versammlung: Am Dienstagabend trafen rund 60 teils vermummte Mitglieder des linken Spektrums gegen 20.50 Uhr zu einer Kundgebung auf der Plattform des Südermarktes zusammen – zwanzig Minuten später gingen bei der Einsatzleitstelle mehrere besorgte Anrufe ein, weil auf der Plattform Feuerwerkskörper abgebrannt wurden.
Die Polizei setzte zunächst zwei Streifenwagen – zu wenig, wie sich vor Ort zeigte. Schnell wurden Unterstützungskräfte aus dem ganzen Norden des Landes nach Flensburg beordert.
Die Demonstrationsteilnehmer hatten sich derweil in Bewegung gesetzt und zogen über den Holm in Richtung Große Straße. Verschiedene Versuche der Einsatzkräfte, den ungenehmigten Demonstrationszug zu stoppen, misslangen. Die Gruppe ging über Große Straße und Speicherlinie Richtung Norderhofenden und von dort zur Kurzen Straße. Es kam dabei wiederholt zu leichten Auseinandersetzungen. Die Teilnehmer versammelten sich gemeinsam auf einer Grünfläche vor einem Haus an der Kurzen Straße.
Erste Versuche, von den dort noch rund 50 anwesenden Demonstranten Personalien aufzunehmen, schlugen fehl. Es kam zu einer kleinen Rangelei. Danach löste sich die Veranstaltung auf.
Im weiteren Verlauf des Abends konnten unter Mithilfe der Bundespolizei, von einem knappen Dutzend aus Kiel und Eckernförde angereisten Teilnehmern die Personalien aufgenommen werden.
Aus Sicherheitsgründen wurde in der Nacht das dänische Generalkonsulat im Nordergraben überwacht, um möglichen neuen Anschlägen vorzubeugen.
Gegen die festgestellten Teilnehmer der Demo wird möglicherweise ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes auf Landfriedensbruch eingeleitet.“

Quelle shz

zu der Solidemo:

Besetztes Haus: Demo legt Innenstadt lahm

Es waren mehr Polizisten als Demonstranten – aber die Ordnungshüter wollten am Sonnabend nichts dem Zufall überlassen. Im Nachgang auf die – friedliche und einvernehmliche – Räumung des besetzten Hauses Kurze Straße 4 sowie die folgende weniger friedliche spontane Demonstration links-autonomer Gruppen in der Innenstadt kam es am Sonnabend erneut zu einer Kundgebung.

Bei der nicht angemeldeten Demonstration standen gut 100 Jugendlichen gut 250 Polizisten gegenüber. Die Ordnungskräfte hatten Wind von der Veranstaltung bekommen und Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei aus Eutin angefordert. Im Bereich des ZOB sammelten sich in den Vormittagsstunden 40 Polizeifahrzeuge aus ganz Schleswig-Holstein. Sieben Polizeihundeführer und weitere Beamte hatten die Aufgabe, eine neuerliche Besetzung des Hauses Kurze Straße 4 zu verhindern. Fünf Demonstranten versuchten es dennoch – sie wurden zur Personalienfeststellung vorübergehend festgenommen.

Das Gros der Einsatzkräfte begleitete den Demonstrationszug durch die belebte Innenstadt. Er führte durch dieFußgängerzone zurück über Schiffbrücke und Norderhofenden zur Abschlusskundgebung an der Hafenspitze. Der Verkehr kam stellenweise völlig zum Erliegen. Bis auf einzelne kleinere Zwischenfälle verlief die Kundgebung friedlich, teilte die Polizei mit. Gegen 17 Uhr löste sich die Demonstration auf.

Quelle shz

Linksautonome demonstrieren in Flensburg

Unangemeldete Demonstration in der Flensburger Innenstadt: Rund 100 Personen solidarisierten sich am Samstag mit ehemaligen Besetzern eines Hauses in der Kurzen Straße.

Gegen 14 Uhr versammelten sich rund 100 teils von außerhalb angereiste Demonstranten am Flensburger Südermarkt. Eine halbe Stunde später setzte sich der von der Polizei begleitete Aufzug durch die Flensburger Fußgängerzone in Bewegung.

Ziel der Demonstranten war das ehemals besetzte Haus in der Kurzen Straße. Durch starke Polizeiketten wurde verhindert, dass die Linken in die Nähe des Objektes kamen. Fünf Demonstranten versuchten es trotzdem – sie wurden vorübergehend angehalten und zur Feststellung ihrer Personalien kurzfristig festgenommen. Die Polizei hatte vor dem Haus insgesamt sieben Polizeihundeführer mit Tieren abgestellt, um ein erneute Besetzung zu verhindern.

Gegen 15.30 Uhr fand eine Abschlusskundgebung an der Flensburger Hafenspitze statt. Laut Polizeiangaben endete die Demonstration um 17 Uhr ohne weitere Zwischenfälle. Während der Demonstration kam es jedoch im Innenstadtbereich zum völligen Zusammenbruch der Verkehrströme.

Quelle shz

Solidaritätsdemo für die K4

Nach der Räumung vom 27.01 Dienstag fand Samstag den 31.01.09 eine gut besuchte Solidaritätsdemo für die K4 statt. Circa 120 Menschen aus dem linken, aber auch dem bürgerlichen Spektrum trugen wieder einmal ihren Unmut über das jähe Scheitern des initiierten Sozialen Zentrums auf die Strasse.
Die komplette Route durch die Innenstadt vom Südermarkt bis zum Volksbad und dann am Hafen zurück zum ZOB bzw zur Hafenspitze war die Stimmung auf beiden Seiten friedlich, obwohl von Seiten der Polizei zwei Hundertschaften inklusive Hunden aufgeboten wurden – für Flensburger Verhältnisse unglaublich überdimensioniert; von der Verschwendung öffentlicher Gelder durch einen derart unnötigen Polizeieinsatz ganz zu schweigen.
Am Hafen war dann geplant ein symbolisches Haus zu bauen. Dies wurde allerdings mit massiver Repression durch drei anwesende Zivilbeamte verhindert, die kurzerhand Teile der Baumaterialien beschlagnahmten. Ein Kompromiss war nicht zu erreichen und somit wurde spontan improvisiert. Bei VoKü, Kaffee und Tee liessen die TeilnehmerInnen die Demo ausklingen.
Zwischenzeitlich drohte die Situation zu eskalieren, da aufgrund der Diskussion sofort mit Ingewahrsamnahmen gedroht wurde. Offensichtlich schienen einige Polizisten ein Interesse daran zu haben, die Demo nicht friedlich enden zu lassen. Durch das besonnen Handeln und weitere Debatten mit dem verantwortlichen Einsatzleiter entspannte sich die Lage allerdings wieder und alle TeilnehmerInnen konnten unbehelligt nach Hause gehen. Es gab keine Ingewahrsamnahmen und soweit bislang bekannt wurden auch keine Personalien festgestellt.

Sehr positiv ist auch, dass es erneut gelang die Demonstration ohne Anmeldung durchzusetzen. Diese relativ junge Demo-Tradition der linken Szene in Flensburg hebt sich angenehm vom immer repressiveren Klima auf Demonstrationen in der Bundesrepublik ab.

Wir wollen nach wie vor laut und friedlich für die sozialen Interessen von uns und vielen anderen eintreten und werden uns weder durch die Räumung noch durch einen repressiven Staat und seine HandlangerInnen davon abhalten lassen, in unterschiedlichen Aktionsformen gegen Sozialabbau und andere Missstände zu demonstrieren.

We‘ll be back ;)

[Flensburg] Solidaritätsdemo für die K4

Radiointerview mit FSK

das Radiomagazin LPG(A) Löwenzahn (Politik aus, für und gegen Schleswig-Holstein – Eine Sendung beim FSK Hamburg, 93,0 Mhz) hat hier http://loewenzahn.blogsport.de/2009/01/28/k4-besetztes-haus-in-fl ein Radiointerview mit einem Vertreter der k4 geführt.

Demonstrationsaufruf: Solidaritäts-Demo für soziales Zentrum K4

Solidaritäts-Demo

für soziales Zentrum K4

(dieses wurde am Di. 27.1.09 geräumt)

Am Sa. 31.1.09

14 Uhr Südermarkt Flensburg

Seit Anfang des Jahres wurde das Haus Kurze Straße 4 als selbstverwaltetes Soziales Zentrum und Wohnraum genutzt.

Ziel des Projektes ist es einen Freiraum für ein menschliches Miteinander zu schaffen und zu leben. Ein Ort für Kunst, Kultur und Politik sowie Kochen und praktische Arbeit, an dem Rassismus, Sexismus und Homophobie nichts zu suchen haben. Die K4 war der Ansatz für ein Leben in dem Solidarität und Gleichberchtigung an erster Stelle steht. Ein Gegenstück zur derzeitigen gesellschaftlichen Lage.

Nach der Räumung der K4 am Dienstag Nachmittag bekundeten bereits über 80 Menschen ihre Solidarität mit der K4 bei einer Demonstration durch Flensburg.

Doch dies wird nicht das Ende unseres Kampfes für einen solchen Freiraum und gegen Gentrifizierung sein.

Deshalb kommt am Samstag nach Flensburg zur überregionalen Freiraum-Demo!

Seit laut!

Seit kreativ!

Seit bunt!

k4 Soli-Demonstration am Samstag!

Am Samstag den 31.01.09 findet eine Soli-Demo für das geräumte Haus statt. Treffen ist um 14 Uhr am Südermarkt in Flensburg. Kommt zahlreich und entschlossen!
Wir wollen zeigen das wir uns nicht unterkriegen lassen und bereit sind uns friedlich und kreativ für unsere Träume und Wünsche allen Widerständen entgegenzustellen.